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Der Retroprint-Vergleich

Ihr wisst, Basteln, Bilder und Beschenken sind für mich was ganz Großartiges. Vor allem, wenn ich alle drei Sachen noch kombinieren kann. Im Zuge unseres Umzuges dachte ich also, ich bastel ein kleines Fotoalbum für die Nachbarin, damit sie uns in Erinnerung behalten kann. Dann die große Frage: wo bestellen? Durch die Kinder sind meine Ruhemomente zum Basteln sehr begrenzt, also brauchte ich was, was auch einzeln was hermacht, falls ich überhaupt gar keine Zeit zum Basteln finde (was dann tatsächlich auch so war). Zuerst war ich etwas traurig, dass ich keine Sofortbilder zur Hand hatte, denn eh ich viele machen konnte, war ich dann der Ansicht, normale Fotos online im retrolook zu bestellen kommt mich günstiger. Also hab ich mich von dem Teil getrennt (trenn dich von Zeug, das dich nicht überzeugt). Was dann aber zwangsläufig die Frage aufwirft: wo bestellen? Was kann was, was ist nur billig?

Da ich ja noch ein paar Wochen Zeit hatte, hab ich mich auf die Suche nach Kooperationen gemacht, um vergleichen zu können und meine Einsichten weiterzugeben.

Zu Vergleich kamen fünf Anbieter: photolove aus dem schönen Hamburg, die Fachmänner von Saal-Digital, hejpix für die Skandifans, das absolut angesagte Lalalab und das, was jeder schon kennt, nämlich dm.

Ihr findet also im Folgenden einen ausführlichen Vergleich. Wer es lieber kurz und knackig liebt, kann auch direkt runterscrollen. Da habe ich ein Punktesystem zusammengestellt. Ich gebe zu, der Text ist lang. Aber lohnt sich 🙂

photolove

Die Bestellung bei photolove ist simpel und übersichtlich. Du kannst ein Album anlegen, lädst dann die Fotos hoch und kannst sie dann nochmal einzeln bearbeiten oder zurechtrücken. Es werden ein paar Filter und Rahmenfarben angeboten, das Format lässt sich ändern und das Highlight: für die Rückseite hast du mehrere Optionen. Du kannst zum Einen alle Bilddaten aufdrucken lassen, einen Text einfügen (was den Print dann echt sehr vielfältig einsetzen lässt als Postkarte, Dankeskarte oder du schreibst einfach eine Erinnerung auf) oder eine vintage Rückseite wählen. Ich habe mich wegen des Datums für die Bilddaten entschieden, was es leichter macht, sie zu sortieren oder sich zu erinnern.

Als das Päckchen kam, war ich über die kleine Photobox echt entzückt. Genau wie ich es mag kommt es im schlichten Kraftpapierkarton mit schwarzem Aufdruck. So kann man die Fotos dann auch lagern und braucht im Prinzip kein Album. Absolut toll für die, die Fotos lieber anfassen – da gehöre ich auf jeden Fall dazu. Für die Zukunft kann ich mir dann das Album sparen und vor allem das Einkleben!

Ich hab die Fotos durchgesehen und hab mich gefreut, wie glatt sich die Papieroberfläche anfühlt. Allerdings war ich bei einigen Bildern verwundert, wie unscharf ein paar kleine Details abgebildet wurden. Den meisten Bildern hat das keinen Abbruch getan, auf anderen allerdings sieht es nicht mehr so schön aus. Zum Beispiel kleine Gesichter sollte man bei der Bestellung eher umgehen und in der Ausschnittauswahl darauf achten, den Ausschnitt zu vergrößern. Augen zum Beispiel oder Haare kommen da sonst nicht gut zur Geltung – dabei ist oft das Gesicht das Entscheidende.

Ich war unsicher, ob das normal ist mit der Unschärfe und ob ich nochmal dort bestellen würde. Hab also den Kundenservice gefragt. Und hier kommt die Stelle, an der ich photolove absolut ins Herz geschlossen habe: Max von Photolove. 19:15 am selben Abend bekam ich noch eine Rückmail und war froh, dass sich jemand mein Problem anschaut. Der Max hat sich wirklich gut gekümmert und ich glaube, ein paar Mails hat er sogar aus dem Urlaub geschickt (Sorry Max!). Jedenfalls konnte ich so herausfinden, was mit dem Bildausschnitt nicht stimmte. Es ist insgesamt eine angenehme Bestellerfahrung und die Fotos sind mit den Rückseitenoptionen unschlagbar. Die griesigen Bilddetails sind schade, aber der Kundenservice ist empfehlenswert. Da ist man gut aufgehoben!

Saal-Digital

Saal-Digital ist in der Bestellung etwas komplizierter. Ich musste eine Bestellsoftware herunterladen, die nicht besonders modern oder übersichtlich war. In ein paar wenigen Minuten hab ich mich aber schnell zurechtgefunden und war überrascht, dass man so viele Möglichkeiten hat was Bildgröße und -oberfläche angeht. Du kannst wählen zwischen drei Größen (S, M und L) und einer matten oder glänzenden Oberfläche. Es gibt noch eine Oberfläche, die sich glänzend optimiert nennt, allerdings habe ich keine Erklärung dazu gefunden und wo der Unterschied zu glänzend besteht.

Als die Bilder dann kamen, war ich über die Verpackung wirklich etwas enttäuscht. Es gab keine Box oder Heftchen, kein Briefchen oder eine Hülle. Die Bilder waren einfach auf eine dicke Pappe geklemmt. Gut, dachte ich. Wenn die Bilder überzeugen, mach ich mir da nicht ins Hemd. Die glänzenden Prints sind prima und ich gebe zu, die Details sind schon schärfer im Vergleich zu photolove. Die Prints mit der matten Oberfläche fühlen sich wie starker Bastelkarton an, machen aber auch hübsch was her. Der Fotoeffekt ist natürlich weg. Bei den glänzenden Bildern sieht das schon wieder anders aus. Die liegen in der Hand wie ein richtiges schönes Foto! Etwas enttäuscht war ich über den Zuschnitt. An vier Prints war an der Seite ein dicker gelber Streifen geblieben, der wohl hätte mit abgetrennt werden sollen. Allerdings mach ich mir auch hier nicht ins Hemd, denn es hat ja zum Glück jemand vorher eine Schere erfunden. Ob ich jetzt nach jeder Bestellung erstmal meine Fotos zurechtschneiden möchte, weiß ich allerdings nicht genau. Für Bastler wäre hier der sportlich erhöhte Reiz!

hejpix

Die Retropix von hejpix lassen sich super einfach bestellen. Im Browser taucht direkt die Bestelloberfläche auf, die schön übersichtlich gestaltet ist. Wie bei photolove wird zuerst ein Album erstellt, aus dem dann ausgewählt wird. Im Anschluss erfolgt die Anpassung der Bilder, bevor dann schließlich die Bestellung raus geht.

Das Päckchen von hejpix war super liebevoll gestaltet und verpackt, es kam mit einer schönen Postkarte in einem kleinen Heftchen aus Kraftpapier. Wer mich kennt, weiß: mit Kraftpapier kriegt man mich sofort. Beim Auspacken ist mir dann gleich die Oberfläche der Prints aufgefallen, bei der das Muster im Bildrahmen nicht nur aufgedruckt, sondern auch fühlbar war. Das fühlt sich echt schön an, wenn man die Bilder durchblättert. Auch die Schärfe ist deutlich besser als bei photolove, aber nicht ganz so gut wie bei den Drucken von Saal-Digital, man sieht trotzdem ein leichtes Grieseln, wenn man wirklich ganz genau hinschaut. Die Farben in den Bildern kommen schön raus, sind aber nicht zu satt und kontrastreich. Die Rückseite ist hier bis auf das hejpix-Logo unbedruckt weiß und lässt schön Platz für eine handschriftliche Erinnerung oder eine liebe Botschaft.

Von der Bestellung bis zum Fotofühlen gefällt es mir richtig gut. Man kann bei hejpix auch eine Box zum Sammeln bestellen, die Bilder müssen also nicht im Heftchen bleiben oder ins Album geklebt werden.

LALALAB

Bei Lalalab kannst du die Vintage-Bilder online oder über die App bestellen. Beides ist wunderbar unkompliziert und übersichtlich. Hier kann man wählen zwischen Einzelprints oder einer Lalabox ab 36 Stück. Das ist für die Sammler natürlich klasse, die Lalabox hat nämlich extra ein freies Feld für eine Beschriftung an der Seite. Bei der Einzelanpassung der Bilder kannst du auch die Rahmenfarbe bestimmen. Für alle die es gern bunt haben ist hier die Chance, das Fotoalbum ohne Basteln aufzumöbeln.

Die Bestellung war Donnerstagmittag getätigt, Freitag hatte ich eine Mail im Postkasten, dass die Bilder unterwegs sind. Und Samstag war es im Briefkasten! So schnell ging es bisher nirgendwo! Die Bilderbox ist schön und fühlt sich hochwertig an, nicht billig verklebt oder so. Das Muster erinnert mich jetzt Ende Februar immer noch an Weihnachten, macht mir aber nichts aus.

Die Fotooberfläche ist ganz toll glatt, wie man es von glänzenden Fotos kennt und liebt. Die Schärfe der Bilder fällt mittelmäßig aus. Bei einigen Bildern dachte ich, mein Bild sei bei dieser Vergrößerung einfach nicht mehr ganz so scharf. Beim Vergleich mit dem Original hab ich dann festgestellt, dass meine Bilder durchaus mehr Schärfe hergegeben hätten. Für mich ist das trotzdem noch absolut im Rahmen.

Allerdings hat mich die Rückseite wirklich überrascht. Kein weißer Karton, kein Retrogefühl. Wie normales Fotopapier von Fujifilm sieht es aus und das ist es auch. Letztendlich habe ich dann um die 44 Cent pro Bild ausgegeben. Das ist deutlich weniger als bei den anderen Anbietern. Allerdings habe ich auch deutlich weniger dafür bekommen. Lalalab-Prints sind vorn ohne Retromuster im Rahmen, sind also schlicht weiß. Außerdem kann ich sie hinten nicht beschriften und dementsprechend schränkt das die Verwendungsmöglichkeiten ein. Wollte ich sie als Grußkarte verwenden, müsste ich sie auf Karton kleben. Was allerdings mit im Päckchen war: Mini-Patafix. Das kommt dann dem Dekofan in mir sehr entgegen. Für die Wand oder das Fotoalbum eignen sich die Vintage-Bilder von Lalalab also ohne Frage!

dm Retrodesigner

Da ging die Bestellung auch prima online. Für mein schwerfälliges Internet ist das Bestellprogramm leider etwas zu anstrengend gewesen – da ging alles wirklich nur in Zeitlupe. Aber es ging. Man wählt schön die Bilder aus und kann dann jedes Bild einzeln mit einem Rahmen oder Filter versehen. Es geht aber auch ganz ohne Rahmen! Dann bestellt man und zack! Ich muss dazu sagen, meine Bestellung lief unabhängig vom üblichen Fotoparadies, das heißt, es scheint nicht dieselben Warenkörbe zu geben und folglich kannst du jeweils einzeln zur Kasse gehen und dann auch jeweils einzeln den Versand zahlen. Das fand ich ziemlich doof. Hab keinen dm in der Nähe, zu dem man liefern lassen kann. Hab also zweimal 1,99 für den Versand geblecht und… aber es geht ja eigentlich um die Bilder. Die kamen zwei Tage später. Natürlich ganz ohne Box oder dergleichen, einfach im Umschlag. Aber es ist ja auch dm, also eigentlich sind ja Fotos mit Sammelboxen nicht deren Spezialgebiet und das habe ich auch nicht erwartet.

Die Bilder kamen auf demselben Fotopapier wie bei Lalalab und in seidenmatt. Das ist also das wahre Retrogefühl. Bilder wie in den 90ern. Die Schärfe ist angemessen, da kann ich nicht meckern. Weiß aber nicht genau, ob sie 35cent pro Print wert sind. Mit einem entsprechenden Rahmen aus einer Fotoapp und einem normalen Fotoabzug hätte ich das vielleicht auch für 7cent bekommen im regulären dm Fotoparadies.

Um alles etwas zu vereinfachen, habe ich eine Übersicht erstellt und Punkte vergeben. Folgendermaßen ist die Punkteverteilung:

0 Punkte: Kann gar nix.

1 Punkt: nicht überzeugend, aber besser als nix.

2 Punkte: Erwartungen erfüllt.

3 Punkte: Erwartungen übertroffen.

15 Punkte sind insgesamt erreichbar.

tabelleendlich

Und welches ist nun das Beste?

Ich kann natürlich nur von mir ausgehen und von dem, was ich mit Bildern dieser Art vorhabe – nämlich alles. Ich möchte sie gern verschicken mit der Post, als Beilage zum Brief, schön beschriften hinten, einfach nur einkleben oder aufhängen, oder oder oder. Und dafür eignen sich von meinem Standpunkt aus ganz eindeutig die prints von Hejpix und die von photolove am besten. Da hat mich alles dermaßen überzeugt, dass ich dort wieder bestellen würde und auch werde. Jetzt, wo wir umgezogen sind und nun oft Post verschicken wollen, werde ich das definitiv weiterhin tun. Ich liebe Retroprints einfach und für mich, die ich es liebe, Fotos anzufassen, kann es nichts schöneres geben, als ein hochwertiges Foto. Habt ihr schon mal mit einer 2-jährigen Fotos angeschaut? Wenn ja, wisst ihr ja, wovon ich rede. Wenn nein, dann erklär ich das kurz: ein kleines Kind liebt es, Bilder von Menschen zu sehen, die es kennt. Meine Tochter will dann zeigen, das Bild anfassen, von allen Winkeln betrachten, jemandem vor die Nase halten, es hin und herdrehen. Das geht nicht mit digitalen Bildern auf dem Handy oder Tablet. Das geht nur in echt. Und wir lieben halt ‚echt‘.

Was ich mit den Bildern alles so anstellen werde, wird in einem der nächsten Posts verraten 🙂

Liebste Grüße

eure Catharina

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DIY

Der simple Greifling

Hier ist das erste Häkelperlen-DIY und es ist so schön und simpel. Perlen auffädeln kann man schon im Kindergarten, es ist also auch was für alle mit zwei linken Händen und sogar im Notfall was für Nicht-Häkler.

Ihr braucht:

  • PP-Kordel der Stärke 1mm
  • Eine Schere
  • Eine Wollnadel
  • Rohholzkugeln (20mm und 15mm) mit einer Lochstärke von 2mm
  • Einen Rohholzring
  • Häkelperlen
  • Eine Silikonperle

Häkelperlen gibt es glücklicherweise auch zu kaufen, z.B. bei dawanda.

(Zur Anleitung zum Selberhäkeln geht’s hier.)

Da kriegt ihr auch PP-Kordel und Holzkugeln. Ich hab meine Kugeln von pfennigpfeiffer, die gibt es auch oft einfach im Bastelladen. Hauptsache Rohholz, damit der Lack später nicht im Kind verschwindet.

Ihr schneidet euch eine Kordel zurecht von 25 bis 30cm und fädelt mit der Nadel einfach alle Kugeln auf. Es bietet sich an, die Kugeln schon mal in einer Reihe hinzulegen mit der Sortierung, die sie als Ring haben sollen. Dann kommt ihr nicht durcheinander.

ACHTUNG: Der Knoten am Ende muss zwischen zwei Holzperlen sein, ihr kriegt ihn ansonsten nicht gut versteckt. Das bedeutet, ihr müsst mit einer Holzkugel beginnen und mit einer Holzkugel enden. Am Schluss kommt noch der Holzring drauf. Der baumelt am Ende einfach rum und sorgt für Beschäftigung.

Ihr macht dann einen herkömmlichen Doppelknoten, lasst die Enden noch dran und stopft ihn vorsichtig mit der Schere in die Holzkugel daneben. Das kann schwierig sein, ist aber wichtig für die Sicherheit. Erst dann schneidet ihr die Enden ab. Der Knoten sollte dann so gut in der Kugel stecken, dass er keinen Platz hat, um sich zu lösen.

Fertig ist euer Greifling.

Solltet ihr lackierte Kugeln verwenden wollen, achtet bei der Bestellung drauf, dass sie speichel- und schweißecht sind. Ansonsten ist sicher klar, dass auch das übrige verwendete Material möglichst schadstofffrei ist.

Das Prinzip dieses Greiflings ist nicht von mir, das gibt’s schon. Ich hab mich lediglich zum Selbermachen inspirieren lassen. Wer aber möchte, kann mich ja verlinken oder markieren, wenn er meine Anleitung probiert hat. Insta eignet sich da bestens 🙂

Macht’s Addsche und schönes Wochenende! ❤

Allgemein · Anleitungen

Häkelperlen

Ich bin zwar noch keine Meisterin im Häkelperlen zaubern, aber so wie ich es zur Zeit mache, kann ich es zumindest mal an euch weitergeben.

Ihr braucht folgende Dinge:

  • Schere
  • Wolle (in meinem Fall das must-have von yarn and colors)
  • Holzperlen (Durchmesser 2cm)
  • Häkelnadel 1.75
  • Optional: Wollnadel

Runde 1:

Magischer Ring mit 6fm (6)

Runde 2:

6 Zunahmen (12)

Runde 3:

(1fm, 1 Zunahme)x6 (18)

Runde 4:

An dieser Stelle häkel ich 68fm, ohne auf die Runden zu achten. Erst danach setze ich die Holzkugel rein.

Runde 5:

(Abnahme, 1fm)x6 (12)

Runde 6:

(Abnahme)x6 (6)

Jetzt versteckt ihr vorsichtig die übrigen Fäden mit der Wollnadel (es geht auch gut mit der Häkelnadel) und schnippelt die Enden ab.

Mir hat der Tipp geholfen, ab Runde 5 nur ins vordere Maschenglied zu häkeln.

Das war es sonst im großen und Ganzen.

Man sollte nicht zu fest häkeln, sonst kriegt man die Kugel nicht rein. Zu locker sollte es auch nicht sein, sonst entstehen Löcher.

Was macht ihr mit euren Häkelperlen? Schmuck? Babyzubehör? Schlüsselanhänger?

Versucht es mal und markiert mich gern bei euren Ergebnissen bei insta. 😊

Allgemein

Der Preis ist heiß

Ich möchte heute zu einem Thema schreiben, was mir sehr am Herzen liegt und sicher vielen anderen auch. Ich habe darüber schon oft nachgedacht und es bleibt einfach immer in meinem Kopf hängen.

Es geht um die Preise.

Mir ist es in letzter Zeit oft passiert, dass ich nach den Preisen gefragt wurde und nach meiner Antwort kam dann „oh das ist mir zu viel. Ich habe ja schon ein Geschenk und wollte nur noch etwas als kleinen Zusatz“.

Vielleicht hilft es dem einen oder anderen, wenn ich hier kurz erläutere, weshalb man bei handgemachten Sachen keinen Massenproduktionspreis erwarten kann.

  • Zum einen sind es oft individuelle Anfertigung, die entweder an Wünschen entsprechend abgeändert oder erweitert und mit einem Namen versehen wurden. Hier zählt man nicht unbedibgt nur den Aufwand bzw. Mehraufwand, sondern auch den Service, dass es überhaupt machbar ist. Für die Farbauswahl. Dafür, dass ihr für eure Kinder oder für euch etwas passendes liebevoll erschaffen lassen könnt, etwas einzigartiges.
  • Hinzu kommt das Material. Manches muss vielleicht extra bestellt werden, beispielsweise Wolle einer bestimmten Farbe, Spieluhren mit einer bestimmten Melodie oder Sicherheitsaugen in einer bestimmten Größe. Man hat nicht immer alles da und zahlt oft Extraporto, um den Wünschen nachzukommen. Das Material an sich ist bei handgemachten Dingen in der Regel nicht das, was den Preis bestimmt.
  • Zeit. Es kostet wahnsinnig viel Zeit, etwas per Hand selbst zu fertigen. Wer es genau nimmt, muss oft etwas reihenweise auftrennen und nochmal starten. Nicht, weil man fehlerhaft gearbeitet hat, sondern weil man es genau nimmt. Weil man die Wünsche der Kunden ernst nimmt und erfüllen möchte und weil man es liebt, jemandem etwas zu liefern, das genau so ist, wie derjenige es sich erhofft hat. Dazu muss ich sagen, dass viele kleine Anbieter alles ausnahmslos in ihrer Freizeit fertigen. Da läuft nebenher noch der Haushalt, die Kinder, der Mann. Das Leben eben.

Wenn wir das mal ausrechnen würden, sähe das in der Theorie vielleicht folgendermaßen aus. Gehen wir mal davon aus, es handelt sich um einen Häkelbär.

  • Eckdaten: 13cm, Material vorrätig. Zubehör: ein Halstuch, zwei Wechselbändchen für den Kopf. Ab 3 Jahre.
  • Materialkosten: 4,60€ (beinhaltet Wolle, Sicherheitsaugen, Stoff, Filz, Kleber, Knopf, Verpackung)
  • Zeit: 5h. Geht man vom Mindestlohn von 8,50€ aus, sind das 42,50€
  • Porto: 2,60€

Macht in der Summe 49,70€.

Jetzt ist hoffentlich jedem bewusst, dass ich diesen hübschen kleinen Burschen nicht für einen Fuffi anbiete. Demnach musste ich einen Kompromiss finden. Einen Preis, der halbwegs dem Aufwand und Material gerecht wird und bei dem ich noch Abnehmer finde. Den könnte man dann bei 25€ ansetzen. Zieht man 7,20€ für Porto und Material ab, bleiben 17,80€ für 5h Arbeitsaufwand. Also 3,56€ pro Stunde. Die Liebe und die Idee dahinter, die Offenheit für Anpassungen sind hier kein Stück berücksichtigt.

Diese Rechnung ist nur ein Beispiel. Vielleicht wird dem einen oder anderen klar, was er damit kauft. Und was er dann dementsprechend verschenkt. Individualität, viel Liebe und ein Erinnerungsstück. Einzigartigkeit. Nichts von der Stange oder aus China. Etwas Auserwähltes. Etwas besonderes. Ein Kleinod. Einen Schatz.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen hier allerdings auch die Liebhaber des Handwerks. Die, die bei Preisen nicht feilschen, weil sie vielleicht selbst die Handarbeit lieben und wissen, was dahinter steckt. Die Sammler. Die, die hinterher liebevoll Feedback geben und die Handarbeit als etwas behandeln, das großen Wert hat. Heute mehr denn je.

Wir Selbermacher lieben es, euch glücklich zu machen. Wir gehen dafür Kompromisse ein. Wir erfüllen oft jeden Wunsch. Aber nicht für einen Appel und ’n Ei.

Genießt den Adventssonntag und bastelt heut was. Verschenkt was. Und freut euch über Selbstgemachtes.

eure Catharina

DIY

15-Minuten-Dessert

Zu Weihnachten hat man ja gern alle beisammen und lässt keine Gelegenheit aus, Gäste einzuladen. Ich hab am Sonntag spontan die Nachbarin/Babysitterin/Ersatzomi für heute zum Tee eingeladen und brauchte noch eine last-minute-Idee zum Schlemmen.

Also hab ich dem Mann aufgetragen, bisschen was auf dem Heimweg einzukaufen und habe folgendes mal eben fix zusammengemixt.

Ihr braucht dazu:

  • 7 Kinderriegel
  • 50g Butter
  • 4 EL gezuckerte Kondensmilch
  • 250g Mascarpone
  • 150g Sahnefrischkäse
  • 200g Spekulatius

Schritt 1

3 Kinderriegel und die Butter schmelzen. Gezuckerte Kondensmilch dazu. Rühren.

Schritt 2

Spekulatius zerkleinern und in kleine Gläschen füllen.

Schritt 3

Mascarpone und Frischkäse zur bisherigen Creme hinzufügen. Rühren.

Schritt 4

Creme auf die Spekulatiusbrösel geben.

Schritt 5

Verzieren mit dem übrigen Kinderriegeln und Spekulatius.

Fertig. ♡

Bei uns gibt’s dazu n feinen Wintertee.

Im Sommer lässt sich der Speku prima gegen herkömmliche Butterkekse austauschen.

Viel Spaß beim Nachmixen.

Eure Catharina

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Tutorial: Filzschleifchen

Für Häkeltiere oder Puppen kann man so viele schöne Accessoires basteln. Und die Accessoires sind vielseitig einsetzbar.

Ich muss dazu sagen, dass die kleinen Sachen auf keinen Fall für Babies geeignet sind. Ein Baby kann damit sowieso nicht viel anfangen. Anziehen und Umziehen ist erst ab einem Alter von ungefähr 3 Jahren wirklich interessant und motorisch machbar. Meine Tochter von fast zweieinhalb Jahren zeigt zwar schon Interesse, verliert aber die Geduld schnell, weil die kleinen Händchen noch etwas Übung für die ganz kleinen Sachen brauchen. Auch der Sicherheit wegen liegt meine Empfehlung bei 3 Jahren.

Das erste Tutorial zeigt euch, wie ich die Schleifchen mache. Ich benutze dafür Wollfilz der Stärke 1mm. Eine Stärke von 2mm ist auch wunderbar und eignet sich gut für größere Schleifen.

Material:

Schritt 1

Schneidet euch ein Stück Filz zurecht in der gewünschten Größe. Bei mir ist es ein Rechteck von etwa 3x2cm.

Schritt 2

DSC02075-01

Häkelt eine Luftmaschenkette von der Länge des Kopfumfangs der Puppe und lasst von Anfangsfaden und vom Endfaden jeweils 6-7cm. Ihr könnt auch die Fadenenden kürzen und die Luftmaschenkette stattdessen entsprechend verlängern. Das ist dann nicht ganz so winzig zu handhaben. Wichtig ist nur, dass genug Band oder Faden bleibt, um es mit einem Schleifchen zuzubinden.

Schritt 3

Die Schleife wird dann nicht mittig, sondern etwas seitlicham Kopf liegen, also darf sie auch nicht mittig am Häkelband angebracht werden. Im Bild seht ihr, wo ich es etwa platziere.

An diese Stelle des Bandes tropft ihr etwas vom Bastelkleber, pustet zweimal drauf und klebt das Filzstück schön mittig auf.

Nach ein bis zwei Minuten ist es fest genug, um weiterzubasteln. Gerade genug Zeit für ein ordentliches Stück Schokolade.

Schritt 4

Nun wird der Filz zur Schleife gefaltet. Dazu knickt ihr zuerst das Stück Filz einmal um das Band und zwar dort, wo beides verklebt ist. Danach knickt ihr beide langen Kanten des Filzstückes wieder zurück, so dass der Filz eine Treppe bildet. Im Bild könnt ihr es gut erkennen.

Schritt 5

DSC02086-01

Diese Form fixiert ihr mit dem dünnen Faden und macht einen Knoten. Man kann jetzt schon prima erkennen, dass es ein hübsches Schleifchen wird.

Schritt 6

Als letztes wird ein etwa 3cm langes Stück Filz zurechtgeschnitten von einer Breite von 2-3mm.

Ihr tropft dann wieder ein bisschen Bastelkleber auf die Mitte der Schleife und zwar auf der Seite, an der das häkelband befestigt ist. Dann klebt ihr das eine Ende des Filzbandes an und klebt es nun um die geraffte Mitte der Schleife herum.

Fertig.

Ist es nicht simpel? Ich könnte Stunden damit verbringen, Schleifchen zu basteln.

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Lernset für Grundfarben

Ich bin ganz glücklich, euch etwas neues vorstellen zu können. Es ist mal etwas ganz anderes, als ein Amigurumi. Sondern etwas ganz praktisches, etwas für Kinder, etwas zum Lernen und Probieren und vor allem zum Sortieren.

Zusammen mit Chez Mama Poule– einem liebevollen Mamablog für alle Facetten des Familienlebens – ist ein Lernset entstanden, das dem Kind Farben und Formen näher bringt.

Und hier bekommt ihr die super einfache Anleitung, falls jemandem noch das Herz nach einem DIY-Babygeschenk schlägt oder bisher einfach im Laden nirgendwo das Richtige dabei war. Hier kombiniert sich die Freude des Schenkers am Häkeln mit Nachhaltigkeit (weil selbstgemacht) und pädagogischem Wert. Was will man mehr?
Es folgt die Anleitung, an der ich wirklich viel Freude hatte.

Ihr braucht für das Projekt folgende Dinge:

dsc018641.jpg

  • kräftigeres Baumwollgarn (Ich habe von Yarn and Colors das Epic verwendet in den Farben 062, 011 und 023 – es ist wichtig, dass wirklich käftiges Garn genommen wird, damit die Bälle ihre kleinkindtaugliche Größe erhalten)
  • eine passende Häkelnadel (in meinem Fall eine Stärke von 2.5)
  • Schere
  • Füllwatte

Es entstehen in jeder Farbe ein Körbchen und 3 Bälle.

Körbchen

achtet beim Körbchen darauf, dass ihr die Stäbchen für den Boden des Körbchens nicht zu fest häkelt, damit es sich nicht allzu sehr wölbt.

R1: in Fadenring: 2LM, 12Stb, KM (12)

R2: 2LM, 12Zun, KM (24)

R3: 2LM, (Stb, Zun)x12, KM (36)

R4: 2LM (2Stb, Zun)x12, KM (48)

R5: in hinteres Maschenglied: 48fM (48)

R6-10: 48fM, KM (48)

DSC01895

Ball

R1: 6fM im Fadenring (6)

R2: (Zun.)x6 (12)

R3: (1fM, Zun)x6 (18)

R4: (2fM, Zun)x6 (24)

R5-9: 24fM (24)

R10: (Abn, 2fM)x6 (18)

An dieser Stelle Watte reinfüllen

R11: (Abn, fM)x6 (12)

An dieser Stelle nochmal Watte nachstopfen

R12: (Abn)x6 (6)

Und nun ist euer Lernset schon fertig. Sehr simpel, oder? Und es beschäftigt so wunderbar.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Freude beim Häkeln und Weihnachtszeit vorbereiten. Denkt nicht so viel an teure Geschenke und Klimbim. Führt euch die wahren Werte vor Augen ♥

Liebst, eure Catharina

DSC01901

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Übers Anfangen und Weitermachen

Die meisten Dinge machen erst Spaß, wenn man sie kann. Üben ist – zumindest für mich – keine Freude. In der Grundschulzeit hab ich Blockflöte gelernt. Einige Jahre habe ich nur geübt und geübt. Bis ich irgendwann den Kanal voll hatte. Also nur üben frustriert sehr. Wenn man aber ab und zu ein Erfolgserlebnis hat, ermutigt es einen, weiterzuüben. Und an dieser Stelle rede ich vom Häkeln.

Als ich so etwa 15 war, wollte meine Mama unbedingt, dass ich weiß wie man strickt, stickt und häkelt. Ich hab alles mal kurz gelernt und wieder vergessen, weil ich keine Lust hatte. Ich sollte schließlich ständig nur üben, ohne Ergebnisse zu sehen. Jahrelang hab ich das als Omabeschäftigung abgetan. Bis ich dann letztes Jahr über instagram auf einen Haufen herrlicher Häkelfeeds gestoßen bin und völlig verzaubert war. Dann fing ich im Urlaub an und ich gebe zu, ich musste wirklich alles neu lernen. Meine anfänglichen Häkelhasen waren eine Katastrophe. Der Hase aus dem Urlaub sah aus, wie mehrmals durch die Gezeiten gezogen. Mit gutem Willen könnte man behaupten,er hätte immerhin Charakter. Haha

Was ich sagen will: auch das Häkeln zu lernen ist erst mal Arbeit. Selbst nach Anleitungen zu häkeln geht nicht gleich auf Anhieb. Aber was vielleicht im YouTube-Tutorial schwer und verwirrend aussieht, ist tatsächlich viel einfacher.

Wer gern Amigurumi häkeln will, fängt vielleicht erst mit einem hacky sack an. Dann kann man mit kleinen Figuren weiter machen und sieht zwischendurch immer Ergebnisse. Wäre doch optimal, oder?

Ist nur ein Vorschlag. Jedenfalls hat man beizeiten auch ein schönes Maschenbild, keine Löcher mehr dazwischen, man hat irgendwann die Handbewegung raus und ruckizucki geht alles wie von allein. Der Trick ist, erstmal anzufangen und beharrlich zu sein.

Wie sagt Horaz so schön:

Frisch gewagt ist halb gewonnen.

Und was hast du schon zu verlieren? Aus dem Grund habe ich mich letztens mal ans Stricken gewagt. Bei der Umfrage auf instagram vor ein paar Tagen haben doch wirklich 11% für „Lasses lieber“ gestimmt und drei von euch haben mir direkt im Anschluss ihren Unmut bekundet.

Ich also in den Laden gesaust, mir Rundstricknadeln aus Bambus gekauft und ’ne feine Merinowolle und hab abends YouTube durchforstet. Man, war das nervenaufreibend. Schon das Maschenanschlagen hat mich irre gemacht. Ich war ja fest der Meinung „ja komm, zumindest das mit der Wolle um den linken Finger kannst du, das kennste schon vom Häkeln“ – Pustekuchen. Ich hatte überhaupt keine Kontrolle über meine Finger. Jeden Abend stand ich da vor YouTube (stand, weil Baby in der Trage), hab gestrickt, aufgedröselt, neu angefangen, Video Stopp, neu angefangen, Video Stopp, Video zurück, geschimpft, Masche verloren, Schokolade gegessen, neu angefangen, Video Stopp, aufgedröselt, geschimpft, Mama angerufen, Schokolade gegessen, Video Stopp, Mama angerufen..

Naja, ich muss zugeben, ich hab mich überschätzt, aber war geduldiger als ich das von mir so gewöhnt bin. Ich habe kein schönes Maschenbild, mir gehen regelmäßig die Maschen flöten und entweder stirbt mir der linke Zeigefinger ab oder ich hab einen extrem lockeren Faden, aber es wird. Es wird. Es wird. Und jedes mal, wenn ich alles wieder aufdrösel, sag ich zu mir selbst „jede Masche, die ich verliere, bringt mich dem Ziel ein Stück näher…“ und stopfe ein Stück Schokolade nach.

Wer also gern etwas Neues wagen möchte: tut euch den Gefallen und seid geduldig. Es wird.

Eure hoffnungslos verstrickte Catharina

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Herbstdeko

Ich bin gar nicht so der Deko-Mensch. Also ich habe natürlich Deko-Elemente zuhause rumstehen, aber ich finde, bei Deko macht die Dosis das Gift. Da ist weniger wirklich mehr.

Und ich muss gestehen, ich bastel gern selber. Als ich vor zwei Wochen durch den Tedi gewandelt bin, verzückt von den schönen Herbstholzteilen, hab ich ein paar schöne Sachen mitgenommen, nämlich Streudekoblätter und -Füchse. Was gibt es herbstlicheres?

Ich habe daraus eine kleine und schlichte Girlande gezaubert.

Für eine Girlande braucht ihr folgende Dinge:

  • Eine kleine Schere
  • Sekundenkleber
  • Garn (ich hab immer Jeansgarn da, das ist reissfest und so praktisch für alles!)
  • Streudeko aus Holz (gibt’s gern im Nanunana, Tedi, Pfennigpfeiffer, Kik, Depot – was man halt in der Nähe hat)

Ihr schnippelt dazu erstmal eine schöne lange Strippe von Garn ab. Der Rest ist super simpel. Ihr wickelt das Garn zweimal um eine gute Stelle am Holzteilchen, wo es am besten nicht wegrutschen kann. Bei mir ist das der Blattstiel. Einen Knoten braucht man keinen zu machen. Jetzt macht man einen ganz kleinen Tupfer Sekundenkleber auf die Stelle, wo das Garn doppelt/dreifach liegt, pustet ein paar Mal und fest hängt das Blatt.

Einfach, oder? Das macht man so lange, bis von der Strippe nichts mehr übrig ist. Ich hab dann noch am Ende eine Schlaufe geknotet zum aufhängen. Fertig. Tadaaa!

Diese Anleitung ist freilich sehr variabel. Viel Spaß beim Basteln und genießt den Herbst!

Eure Catharina